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Das Lightning Network, das schnelle Zahlungsnetzwerk auf Basis von Bitcoin (BTC), steht in diesem Monat heftig in der Kritik. Ein bekannter Entwickler wirft der Community vor, seit Jahren über die Leistungsfähigkeit des Netzwerks zu lügen.

Entwickler widersprechen dem Vorwurf. Die Zahlen geben allerdings keinem der beiden Lager vollständig recht.

Theranos-Vergleich sorgt für Widerspruch

Der Bitcoin-Entwickler Paul Sztorc behauptete am 4. Oktober auf X, dass Verwahrdienste mehr als 80 Prozent aller Lightning-Zahlungen abwickeln. Solche Anbieter verwalten die Coins für ihre Nutzer, die ihnen deshalb vertrauen müssen.

Werbung für solche Dienste verglich er mit Theranos, dem Bluttestunternehmen, dessen Gründerin Elizabeth Holmes wegen Betrugs verurteilt wurde.

Sztorc schrieb, den meisten Menschen sei nicht bewusst, wie schlecht das Lightning Network funktioniere. Als Grund nannte er eine groß angelegte, jahrelange Verschwörung, mit der über die Nutzererfahrung im Netzwerk gelogen worden sei.

Der genannte Anteil lässt sich allerdings nicht überprüfen, da Lightning-Zahlungen privat sind und nicht in öffentlichen Daten auftauchen.

Technische Schwierigkeiten gibt es durchaus. Lightning nutzt Zahlungskanäle außerhalb der Blockchain. Eine Zahlung gelingt nur, wenn zum richtigen Zeitpunkt ausreichend Guthaben in den benötigten Kanälen verfügbar ist.

Auch Alex Bosworth, der beim Skalierungsnetzwerk für die Liquidität verantwortlich ist, räumt das Problem ein. Er schrieb, mit Datenschutz und direkten Zahlungen zwischen Nutzern sei das Netzwerk im Vergleich zum kontaktlosen Bezahlen extrem langsam.

Jesse Shrader, Chef des Infrastrukturanbieters Amboss, hält das Liquiditätsproblem mit den verfügbaren Werkzeugen für leicht lösbar. In Simulationen von Amboss gelingen 99,66 Prozent der Zahlungen über 100 Dollar. Dabei handelt es sich allerdings um eine Simulation und nicht um eine Messung im gesamten Netzwerk.

Danny Stagg, Marketingchef des Zahlungsdienstleisters Breez, hält die Kritik am Lightning Network für überholt. Früher sei sie berechtigt gewesen, 2026 treffe sie jedoch nicht mehr zu. Apps verwalteten Kanäle und Netzwerkknoten inzwischen im Hintergrund.

Lightning Network: Höheres Volumen, weniger Zahlungen

Nach Angaben des US-amerikanischen Bitcoin-Unternehmens River verarbeitete Lightning im November 2025 rund 5,22 Millionen Transaktionen mit einem Gesamtvolumen von 1,17 Milliarden Dollar. Die Zahl der Transaktionen lag damit gut 20 Prozent unter dem Höchststand von 6,6 Millionen im August 2023.

Daraus ergibt sich ein durchschnittlicher Betrag von rund 224 Dollar je Zahlung. Das ist deutlich mehr als der Preis einer Tasse Kaffee. Dabei sind es gerade kleine Einkäufe im Alltag, für die das Netzwerk große Vorteile verspricht.

Wie viele Nutzer auf einen Verwahrdienst zurückgreifen, bleibt unklar. Shrader hält es für unseriös, allein anhand öffentlicher Daten einen Anteil von 80 Prozent belegen oder widerlegen zu wollen.

Allerdings stützten Zahlen von River bereits 2023 einen Teil von Sztorcs Kritik. Das Unternehmen ermittelte damals ein Verhältnis von acht Nutzern eines Verwahrdienstes zu einem Nutzer, der seine Coins selbst verwaltete. Das entspricht einem Anteil von knapp 89 Prozent.

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