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Rückschlag für das deutsche Kryptoplattform bitcoin.de: Die Finanzaufsicht BaFin hat den Antrag der futurum bank AG auf eine europäische MiCA-Zulassung abgelehnt. Ohne diese Zulassung kann das Unternehmen sein geplantes neues Handelsmodell vorerst nicht einführen. Die Bitcoin Group SE arbeitet deshalb an einer Alternative, um den Handel über regulierte Partner wieder aufzunehmen.

Die Bitcoin Group SE gab die Ablehnung am 6. Oktober bekannt. Das Unternehmen hinter bitcoin.de hatte nach eigenen Angaben mit diesem Szenario gerechnet und bereits eine alternative Vorgehensweise vorbereitet.

BaFin lehnt MiCA-Zulassung ab: bitcoin.de sucht Alternative

Der abgelehnte Antrag betrifft eine Zulassung nach der europäischen Verordnung über Märkte für Kryptowerte, kurz MiCA. Sie legt Anforderungen für Unternehmen fest, die in der Europäischen Union Dienstleistungen rund um digitale Coins und Token anbieten.

Die Bitcoin Group SE prüft den Bescheid der BaFin noch. Das Unternehmen kann gegen die Ablehnung Widerspruch einlegen. Auch ein erneuter Antrag der futurum bank zu einem späteren Zeitpunkt ist möglich.

Davon will sich das Unternehmen jedoch nicht allein abhängig machen. Die Bitcoin Group SE prüft deshalb ein alternatives Geschäftsmodell, bei dem bitcoin.de mit regulierten Partnern zusammenarbeitet. So soll der Handel möglichst schnell wieder aufgenommen werden.

Vorrang hätten nun die Umsetzung des alternativen Geschäftsmodells und eine transparente Information der Kunden über die nächsten Schritte, erklärt Moritz Eckert, Vorstandsvorsitzender der Bitcoin Group SE.

Wann Kunden auf dieser Grundlage wieder uneingeschränkt handeln können, hat das Unternehmen noch nicht mitgeteilt.

Mehr als 1,1 Millionen Nutzer warten auf neues bitcoin.de

Die Unsicherheit betrifft mehr als 1,1 Millionen registrierte Nutzer, die bitcoin.de nach Unternehmensangaben zählt. Betreiber der deutschen Plattform ist die futurum bank AG, eine Tochtergesellschaft der Bitcoin Group SE.

Bitcoin.de startete als Peer-to-Peer-Marktplatz, auf dem Käufer und Verkäufer direkt miteinander digitale Coins handeln.

In diesem Jahr wollte das Unternehmen dieses Modell grundlegend ändern. Bitcoin.de sollte künftig als Broker auftreten. Der Handel würde damit über einen zentralen Dienstleister abgewickelt, statt dass Nutzer selbst einen Käufer oder Verkäufer finden müssen.

Die Pläne gingen über ein neues Handelsmodell hinaus. Bitcoin.de wollte langfristig mehr als hundert verschiedene digitale Coins und Token anbieten. Auch Swaps und Staking waren vorgesehen.

Bei einem Swap wird ein digitaler Vermögenswert direkt gegen einen anderen getauscht. Beim Staking werden bestimmte Kryptowährungen in einem Blockchain-Netzwerk eingesetzt. Dafür können Nutzer unter bestimmten Voraussetzungen eine Vergütung erhalten.

Die neue Version von bitcoin.de sollte ursprünglich Ende Juni an den Start gehen. Der Start wurde verschoben, weil die futurum bank noch auf die MiCA-Zulassung wartete.

Handel auf bitcoin.de seit Monaten weitgehend eingestellt

Die Folgen sind für die Nutzer inzwischen deutlich spürbar. Seit dem 12. Juni ist der Handel auf bitcoin.de weitgehend eingestellt.

Das Unternehmen hatte damals bereits mehrere technische Vorbereitungen für den Wechsel auf die neue Plattform getroffen. Im August teilte bitcoin.de mit, dass die digitalen Vermögenswerte der Kunden in eine neue Verwahrinfrastruktur übertragen worden seien. Das bisherige Handelssystem war zu diesem Zeitpunkt bereits abgeschaltet.

Mit der Ablehnung durch die BaFin lässt sich das ursprünglich geplante Geschäftsmodell vorerst nicht umsetzen. Die Bitcoin Group SE setzt deshalb zunächst auf die Zusammenarbeit mit regulierten Partnern.

Zugleich hält sich das Unternehmen weitere Möglichkeiten offen. Es kann Widerspruch gegen den Bescheid der BaFin einlegen oder die futurum bank später erneut eine MiCA-Zulassung beantragen lassen. Wann die mehr als 1,1 Millionen registrierten Nutzer wieder uneingeschränkt über bitcoin.de handeln können, ist weiterhin offen.

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