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Der Hacker hinter dem Milliardendiebstahl bei der Kryptobörse Binance hat begonnen, gestohlene Coins zu verkaufen. Besonders stark trifft das FUNToken (FUN).
Der Kurs des vergleichsweise unbekannten Coins brach auf der Handelsplattform Uniswap um mehr als 90 Prozent ein. Auch andere kleinere Kryptowährungen verloren deutlich an Wert.
In der Nacht zum Donnerstag begann der Hacker, große Mengen FUNToken zu verkaufen. Den Coin gibt es bereits seit 2017, ursprünglich unter dem Namen FunFair. Damals sammelte das Projekt 26 Millionen Dollar ein, um Casinospiele auf der Blockchain zu entwickeln.
Die Verkäufe setzten den Kurs massiv unter Druck. Nach Angaben von GeckoTerminal verlor FUNToken auf der Handelsplattform Uniswap mehr als 90 Prozent seines Werts. Am breiteren Kryptomarkt fiel der Coin innerhalb von 24 Stunden um rund 68 Prozent, wie Daten von CoinGecko zeigen.

Der Grund: Für die großen Mengen, die der Hacker verkaufen wollte, gab es zum bisherigen Kurs nicht genügend Käufer.
Blockchain-Daten zeigen, dass der Hacker zunächst rund 715 Millionen FUN auf eine andere Wallet überwies. Wenige Minuten später begann er, die Coins über Uniswap zu verkaufen.
In den folgenden Stunden führte er mehr als 150 Transaktionen durch. Dabei verkaufte er insgesamt rund 134 Millionen FUN und erhielt dafür Ether (ETH) im Wert von etwa 250.000 Dollar.
Vor dem Kurseinbruch waren diese Coins noch rund 1,17 Millionen Dollar wert gewesen. Da der Kurs während der Verkäufe immer weiter fiel, erzielte der Hacker letztlich nur 21 Prozent dieses Werts.
Der Kurs brach so stark ein, weil es viel zu wenige Käufer gab, um die Verkäufe des Hackers aufzufangen. Im betreffenden Liquiditätspool auf Uniswap befanden sich lediglich Kryptowerte im Umfang von rund 16.000 Dollar.
Der Hacker besaß dagegen FUNToken im Wert von rund 6,23 Millionen Dollar. Das entsprach mehr als dem Zweieinhalbfachen des üblichen Tageshandelsvolumens des Coins. Der Verkauf großer Mengen in kurzer Zeit drückte den Kurs immer weiter.
Als die Verkäufe endeten, erholte sich der Kurs teilweise. Laut Etherscan besitzt der Hacker allerdings noch rund 581 Millionen FUN. Sollten auch diese Coins verkauft werden, droht ein erneuter deutlicher Kursrückgang.
FUNToken ist nicht der einzige Coin, der stark betroffen ist. Bei dem Binance-Hack, bei dem es um Kryptowerte im geschätzten Umfang von 6,3 Milliarden Dollar ging, wurden auch mehrere kleinere Altcoins erbeutet.
Inzwischen hat der Hacker begonnen, diese Coins über Handelsplattformen wie Uniswap und PancakeSwap zu verkaufen. Das führt zu deutlichen Kursverlusten.
So verlor Reserve Rights (RSR) innerhalb von 24 Stunden rund 17,6 Prozent seines Werts. RedStone (RED) fiel um 17,1 Prozent, Gitcoin (GTC) um 16,6 Prozent. Auch Origin Protocol (OGN), yearn.finance und 1inch verzeichneten Verluste zwischen 9 und 14 Prozent.
Zum Vergleich: Bitcoin und Ethereum gaben im selben Zeitraum um 1,8 beziehungsweise 2,9 Prozent nach.
Der Hacker besitzt zudem weiterhin große Mengen gestohlener Coins. Sollten auch diese verkauft werden, könnten vor allem kleinere Altcoins erneut stark unter Druck geraten. Ihr Handelsvolumen ist häufig gering, sodass große Verkäufe rasch deutliche Kursverluste auslösen können.
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