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Der massive Hackerangriff auf Binance begann nicht mit einer Attacke auf die Blockchain, sondern mit einem fingierten Bewerbungsgespräch. Die Angreifer gaben sich als Mitarbeiter eines erfundenen Unternehmens aus und schleusten so Schadsoftware auf einen Computer von Binance ein.
Das geht aus einem neuen Untersuchungsbericht hervor, den die Kryptobörse am Dienstag veröffentlichte. Der Angriff, bei dem Kryptowerte im Wert von 6,3 Milliarden US-Dollar gestohlen wurden, war über Monate vorbereitet worden.
Nach Angaben von Binance begann der Angriff bereits Monate vor dem Diebstahl am 29. Oktober.
Im September wurde ein Softwareentwickler von Binance über ein Stellenportal von einer Person kontaktiert, die sich als Projektleiter eines Unternehmens ausgab.
Der Mitarbeiter wurde zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen und sprach über eine Messenger-App mit einer Person, die sich als Geschäftsführer des Unternehmens ausgab.
Während des Gesprächs erhielt er eine Programmieraufgabe, für die er Dateien herunterladen musste. Diese wirkten vertrauenswürdig, enthielten aber Schadsoftware. So verschafften sich die Hacker unbemerkt Zugang zu seinem Computer.
Binance zufolge war das fingierte Bewerbungsgespräch Teil eines sorgfältig vorbereiteten Angriffs. Die Täter hatten zuvor bereits Informationen über Mitarbeiter der Kryptobörse gesammelt.
Bereits im Juni hatte ein anderer Softwareentwickler versehentlich Schadsoftware installiert, als er ein beliebtes KI-Programmierwerkzeug nutzen wollte.
Dadurch erhielten die Hacker Informationen über seine Arbeit und über Kollegen, die für die digitalen Wallets von Binance zuständig waren.
Über den infizierten Computer drangen die Hacker immer weiter in die Systeme von Binance ein.
Am 20. Oktober, neun Tage vor dem Diebstahl, nutzten sie ein internes KI-Werkzeug, um sich Zugang zu den Computern zweier weiterer Softwareentwickler zu verschaffen. Diese Mitarbeiter arbeiteten an den Systemen, mit denen Binance Kryptowerte verwahrt und Transaktionen abwickelt.
Dem Untersuchungsbericht zufolge konnten die Hacker dadurch schließlich unbefugte Transaktionen ausführen.
Am 29. Oktober schlugen sie zu. Innerhalb kurzer Zeit wurden Kryptowerte im Wert von rund 6,3 Milliarden US-Dollar aus den digitalen Wallets von Binance gestohlen.
Laut Co-Chef Richard Teng war der Angriff über Monate vorbereitet worden. Die Hacker kombinierten fingierte Bewerbungsgespräche, Schadsoftware und KI-Techniken, um immer tiefer in die Systeme der Kryptobörse einzudringen.
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