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Nach dem massiven Hackerangriff in der vergangenen Woche haben Kunden in großem Umfang Kryptowährungen von Binance abgezogen. In weniger als zwei Tagen beliefen sich die Abhebungen auf fast 11 Milliarden Dollar. Da zugleich Einzahlungen in Milliardenhöhe eingingen, blieb ein Nettoabfluss von 5,3 Milliarden Dollar.
Inzwischen scheint sich die Lage jedoch allmählich zu beruhigen. Binance-Chef Richard Teng sieht erste Anzeichen einer Erholung.
Binance hat am Dienstag neue Zahlen zu den Kapitalflüssen nach dem massiven Hackerangriff vom 29. Oktober veröffentlicht. Dabei waren Kryptowährungen im Wert von rund 6,4 Milliarden Dollar gestohlen worden.
In den ersten 46 Stunden nach der Wiederaufnahme der Auszahlungen zogen Kunden Kryptowährungen im Wert von 10,97 Milliarden Dollar von der Plattform ab. Gleichzeitig gingen Einzahlungen von 5,69 Milliarden Dollar ein. Unter dem Strich verzeichnete Binance damit einen Abfluss von 5,28 Milliarden Dollar.
Die Zahlen verdeutlichen das Ausmaß der Geldbewegungen nach dem Hackerangriff. Allerdings sind nicht alle Abhebungen zwangsläufig eine Reaktion darauf. Kunden übertragen ihre Kryptowährungen auch aus anderen Gründen auf eigene Wallets oder andere Handelsplattformen.
Besonders hoch waren die Abflüsse bei Binance am Sonntag, dem 1. November. Zuvor hatten Kunden rund 45 Stunden lang keine Abhebungen vornehmen können, ehe die Auszahlungen wieder freigegeben wurden.
In der Spitzenstunde zogen Nutzer Kryptowährungen im Wert von 1,24 Milliarden Dollar von der Plattform ab. Da gleichzeitig auch Einzahlungen eingingen, lag der Nettoabfluss in dieser Stunde bei 936 Millionen Dollar.
Danach entspannte sich die Lage allmählich. In den beiden folgenden Tagen gingen die Abhebungen zurück, während zunehmend Geld zu Binance zurückfloss.
Am Dienstagmorgen um 04.00 Uhr MEZ überstiegen die Einzahlungen die Abhebungen auf Stundenbasis sogar um rund 10 Millionen Dollar.
Insgesamt lagen die Abhebungen zwar weiterhin um 5,28 Milliarden Dollar über den Einzahlungen. Die jüngsten Zahlen deuten jedoch darauf hin, dass die stärksten Abflüsse vorüber sein könnten.
Nach Einschätzung von Binance-Chef Richard Teng deuten die jüngsten Zahlen auf eine beginnende Stabilisierung hin. Er schrieb am Dienstag auf X, die Kapitalflüsse entwickelten sich inzwischen positiver. Auf Stundenbasis werde mittlerweile mehr eingezahlt als abgehoben.
Auch bei einer Veranstaltung in Hongkong betonte Teng die solide Finanzlage von Binance. Nach seinen Angaben hat das Unternehmen inzwischen rund 95 Prozent der betroffenen Kryptowährungen aus eigenen Rücklagen und dem Notfallfonds für Nutzer ersetzt.
Bei den verbleibenden fünf Prozent handelt es sich überwiegend um weniger liquide Coins. Binance arbeitet daran, auch diese Bestände wieder aufzufüllen.
Der Hackerangriff vom 29. Oktober gilt als einer der größten Kryptodiebstähle überhaupt. Die US-Bundespolizei FBI hat den Angriff der nordkoreanischen Hackergruppe TraderTraitor zugeschrieben.
Obwohl die Abflüsse inzwischen nachlassen, bleibt offen, wie schnell die Nutzer ihr Vertrauen in Binance vollständig zurückgewinnen. Die jüngsten Zahlen zeigen vor allem, dass die massive Abhebungswelle vom Sonntag vorerst abgeebbt ist.
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