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Besi profitiert weiterhin vom Boom der künstlichen Intelligenz (KI). Der niederländische Chipausrüster legte heute Morgen Quartalszahlen vor: Der Auftragseingang hat sich nahezu verdoppelt, der Gewinn wuchs noch deutlich stärker.
Die starken Zahlen treffen allerdings auf ein schwieriges Marktumfeld. Anleger hinterfragen den KI-Boom an der Börse zunehmend kritisch. Zugleich schüren die wachsenden Spannungen im Nahen Osten neue Ängste.
Besi verbuchte im dritten Quartal neue Aufträge im Wert von knapp 343 Millionen Euro. Das sind gut 96 Prozent mehr als im Vorjahresquartal und 17 Prozent mehr als im zweiten Quartal.
Der Umsatz stieg um knapp 114 Prozent auf rund 283 Millionen Euro, blieb damit aber hinter dem Auftragseingang zurück. Auf jeden Euro Umsatz kamen beim Chipausrüster etwa 1,21 Euro an neuen Aufträgen. Der Auftragsbestand wächst somit weiter.
Auch der Nettogewinn legte kräftig zu. Mit gut 107 Millionen Euro fiel er mehr als viermal so hoch aus wie ein Jahr zuvor. Dazu trugen der höhere Umsatz und eine strikte Kostenkontrolle bei.
Das Wachstum stammt Besi zufolge vor allem aus der Computerbranche. Dazu zählen Rechenzentren, die Photonik, bei der Chips Daten mit Licht statt mit elektrischen Signalen übertragen, sowie das Hybrid Bonding.
Beim Hybrid Bonding stapelt Besi mehrere Chips übereinander und verbindet sie direkt miteinander. So lässt sich auf derselben Fläche mehr Rechenleistung unterbringen.
Nach Angaben von Konzernchef Richard Blickman haben sich die Aufträge für Hybrid Bonding in diesem Jahr bereits mehr als verdoppelt. Sowohl bei den bisherigen als auch bei den neuen Montagesystemen entwickle sich der Auftragseingang weiterhin erfreulich. Zudem will Besi für 100 Millionen Euro eigene Aktien zurückkaufen.
Bemerkenswert sind auch Blickmans Aussagen zu ASML. Jüngste Analystenberichte legten nahe, dass der Chipmaschinenhersteller aus Veldhoven in diesem Bereich zum Konkurrenten werden könnte. Blickman widerspricht dieser Einschätzung. Ihm zufolge arbeiten beide Unternehmen vielmehr gemeinsam daran, die Platzierungsgenauigkeit zu erhöhen und so die Produktionsgeschwindigkeit der Maschinen zu steigern.
Trotz der starken Zahlen verliert die Besi-Aktie heute 2,31 Prozent. Der niederländische Leitindex AEX liegt 1,10 Prozent im Minus. Auch weltweit geben die Börsen nach.

Die Nasdaq-Futures sind bereits um 1,82 Prozent gefallen . Der südkoreanische Kospi, der als wichtiger Gradmesser für die KI-Euphorie gilt, verliert sogar knapp vier Prozent.
Starke Zahlen von Super Micro Computer, SpaceX und zuletzt gestern Meta geraten angesichts des steigenden Ölpreises in den Hintergrund. Dieser zieht an, nachdem die USA und Israel Berichten zufolge einen neuen Angriff auf den Iran vorbereiten. Das belastet auch Bitcoin (BTC) und Gold.
Auch Tesla gab Anlegern Anlass zum Nachdenken. Der Elektroautobauer meldete gestern zwar einen höheren Gewinn als erwartet, kürzt aber sein Investitionsbudget für dieses Jahr von gut 25 Milliarden auf rund 20 Milliarden Dollar.
Dass selbst Konzernchef Elon Musk seine Ausgaben zurückfährt, wirft die Frage auf, ob sich die KI-Investitionswelle ihrem Höhepunkt nähert. Anleger zweifeln jedenfalls zunehmend daran, ob sich die enormen Investitionen auszahlen werden.
Im Auftragsbestand von Besi ist von diesen Zweifeln bislang nichts zu erkennen. Das Unternehmen erwartet auch im vierten Quartal eine günstige Auftragsentwicklung, getragen von asiatischen Zulieferern für Rechenzentren und Photonik.
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