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Der Hedgefonds Situational Awareness des früheren OpenAI-Forschers Leopold Aschenbrenner hat erneut mit einer großen Transaktion auf sich aufmerksam gemacht. Nur wenige Tage, nachdem der Fonds knapp eine Finanzkrise abwenden konnte, investierte er 400 Millionen Dollar (rund 344 Millionen Euro) in ein nicht börsennotiertes KI-Unternehmen.
Nach Angaben von Bloomberg wurde die Transaktion am Dienstag abgeschlossen. Bereits im Sommer hatte der Fonds 100 Millionen Dollar in dasselbe, nicht namentlich genannte Unternehmen investiert. Situational Awareness äußerte sich nicht zu dem Bericht.
Die Investition folgt auf einen turbulenten Monat, den Newsbit genau verfolgt hat. Im Juli gerieten KI-Aktien stark unter Druck, wodurch der hoch fremdfinanzierte Hedgefonds in akute Schwierigkeiten kam. Bloomberg zufolge verlor der Fonds rund 78 Prozent seines Werts.
Die kräftigen Kursverluste lösten Margin Calls aus. Banken verlangen dabei zusätzliche Sicherheiten, wenn mit Fremdkapital finanzierte Anlagen stark an Wert verlieren. Nach Angaben der Financial Times prüfte Situational Awareness mehrere Notfalloptionen, darunter den Verkauf von Beteiligungen an nicht börsennotierten Unternehmen.
Am Ende entschied sich der Fonds für eine andere Lösung. Er verkaufte den Großteil seines börsennotierten Aktienportfolios an Citadel, die Investmentgesellschaft des Milliardärs Ken Griffin. Mit dem Erlös tilgte der Fonds seine Schulden. Die privaten Beteiligungen blieben dadurch erhalten, zugleich entstand wieder Spielraum für neue Transaktionen.
Dass der Hedgefonds nun schon wieder Hunderte Millionen investiert, zeigt, wie schnell er nach der Rettungsaktion wieder nach vorn blickt. JPMorgan-Chef Jamie Dimon bezeichnete die Abwicklung dieser Krise in dieser Woche noch als Beleg dafür, dass die Finanzmärkte eine isolierte Pleite verkraften können. Zugleich sei sie eine Warnung vor versteckter Fremdfinanzierung, die unter der Oberfläche lauert. Ausgerechnet der Fonds, der diese Warnung verkörperte, setzt nun erneut in großem Stil Kapital ein.
Für den Kryptomarkt ist vor allem ein Punkt interessant. Aus Unterlagen, die zuvor bei der US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) eingereicht wurden, geht hervor, dass Situational Awareness zum 31. März rund 1,11 Milliarden Dollar in sieben börsennotierte Bitcoin-Miner investiert hatte. Zu den größten Positionen zählten IREN, Core Scientific, Riot Platforms und CleanSpark.
Entscheidend ist allerdings, dass diese Daten aus der Zeit vor der Krise im Juli und vor dem Verkauf des börsennotierten Portfolios an Citadel stammen. Wie groß die Beteiligungen an Bitcoin-Minern heute noch sind, ist daher nicht bekannt. Klarheit gibt es erst, wenn der Hedgefonds seine Positionen erneut offenlegt.
Die strategische Logik hinter diesen Investitionen hat sich jedoch nicht verändert. Bitcoin-Miner verdienen ihr Geld traditionell mit dem Mining von Bitcoin, nutzen ihre Rechenzentren aber zunehmend auch für KI-Anwendungen. Durch die sprunghaft gestiegene Nachfrage nach Rechenleistung entsteht für viele Mining-Unternehmen eine zweite Einnahmequelle.
Diese Entwicklung zeigte sich in dieser Woche erneut, als Galaxy Digital bekanntgab, neben dem Kryptogeschäft den Bereich KI-Rechenzentren weiter auszubauen. Unternehmen, die einst nahezu vollständig vom Bitcoin-Mining abhängig waren, entwickeln sich zunehmend zu Anbietern von KI-Infrastruktur. Genau an dieser Schnittstelle zwischen künstlicher Intelligenz und Krypto scheint Situational Awareness seine größten Investitionen platzieren zu wollen.
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