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Die Blockchain-Analyseplattform Arkham hat einen Großteil ihrer erweiterten Funktionen hinter eine Bezahlschranke verlegt. Seit Dienstag kostet der Zugang über Arkham Enterprise 1.500 Dollar im Monat.

Die Entscheidung stößt in der Kryptobranche auf Kritik, da der freie Zugang zu Blockchain-Daten dort als besonders wichtig gilt. Der ARKM-Kurs reagierte allerdings mit einem deutlichen Kursanstieg.

Arkham verlangt 1.500 Dollar im Monat für erweiterte Funktionen

Arkham hat am Dienstag, dem 20. Oktober, sein neues Abonnement Arkham Enterprise vorgestellt. Damit ändert das Unternehmen den Zugang zu seinen Analysewerkzeugen grundlegend.

Die Plattform ist dafür bekannt, Transaktionen auf öffentlichen Blockchains nachvollziehbar zu machen. Nutzer können etwa untersuchen, welche Wallets große Kryptobestände halten, wohin Gelder fließen und wer möglicherweise hinter bestimmten Transaktionen steht.

Ein Teil dieser Funktionen war bislang kostenlos verfügbar. Das ändert sich nun.

Nutzer ohne Abonnement können weiterhin einfache Suchanfragen stellen, Diagramme ansehen und die von Arkham vergebenen Wallet-Kennzeichnungen abrufen. Auch Transaktionsanalysen bleiben in begrenztem Umfang möglich.

Die Einschränkungen sind allerdings erheblich. In der kostenlosen Version lassen sich je Wallet nur noch die hundert jüngsten Transaktionen einsehen. Erweiterte Filter entfallen. Auch Tracer 2.0, mit dem sich Geldflüsse zwischen Wallets verfolgen lassen, ist künftig dem kostenpflichtigen Abonnement vorbehalten.

Darüber hinaus müssen Nutzer zahlen, wenn sie eigene Kennzeichnungen hinzufügen oder detailliertere Informationen über die an Transaktionen beteiligten Akteure abrufen möchten.

Das Abonnement richtet sich offenbar vor allem an professionelle Kunden wie Investmentfonds, Handelshäuser und spezialisierte Blockchain-Analysten. Nutzer können nach einer Freigabe zunächst einen kostenlosen Testzugang erhalten.

Zusätzlich hat Arkham ein Förderprogramm angekündigt. Forscher und Organisationen, die an Projekten im öffentlichen Interesse arbeiten, können darüber kostenlosen Zugang zu Enterprise beantragen.

Kritik an der Bezahlschranke

Die neue Bezahlschranke sorgt in der Krypto-Community für Unmut. Kritiker befürchten, dass wichtige Analysefunktionen künftig nur noch finanzkräftigen Akteuren zur Verfügung stehen.

Das berührt ein wesentliches Grundprinzip öffentlicher Blockchains: Jeder kann Transaktionen überprüfen. Die zugrunde liegenden Daten bleiben zwar öffentlich zugänglich. Mit eingeschränkten Analysewerkzeugen lassen sich komplexe Geldflüsse jedoch schwerer untersuchen.

Das könnte unabhängige Analysten treffen, die verdächtige Transaktionen verfolgen, möglichen Betrug untersuchen oder gestohlene Bitcoin (BTC) aufspüren wollen.

Auch Alex Svanevik, Chef der konkurrierenden Analyseplattform Nansen, schaltete sich auf X in die Diskussion ein. Er kritisierte den Abonnementpreis von 1.500 Dollar im Monat und erklärte, Arkhams Daten seien nicht immer zuverlässig. Zugleich verwies er auf die kostenlosen Funktionen von Nansen.

Andere Nutzer äußerten ähnliche Bedenken. Ein Nutzer namens Dominium kritisierte, dass umfassende Transparenz künftig vor allem finanzkräftigen Akteuren zugänglich sein soll.

Der Nutzer Mohammad erwartet dagegen, dass Entwickler auf die Umstellung mit neuen kostenlosen Alternativen reagieren werden.

Für Arkham birgt die Umstellung damit auch ein Risiko. Das Unternehmen kann mit professionellen Kunden höhere Einnahmen erzielen. Zugleich könnten Privatnutzer und unabhängige Analysten zu konkurrierenden Plattformen wechseln.

ARKM-Kurs legt trotz Kritik um fast acht Prozent zu

Während die Kritik am neuen Abonnement zunahm, verzeichnete der ARKM-Kurs einen auffälligen Anstieg.

Am Dienstag gegen 13.30 Uhr UTC lag der Kurs bei etwa 0,119 Dollar. Eineinhalb Stunden später waren es rund 0,128 Dollar.

Auch die Handelsaktivität nahm zu. Das Handelsvolumen der jeweils vergangenen 24 Stunden erhöhte sich in diesem Zeitraum von etwa 6,6 Millionen auf fast 11 Millionen Dollar. Das entspricht einem Zuwachs von rund 65 Prozent.

Später notierte ARKM bei rund 0,1276 Dollar und damit etwa acht Prozent höher als 24 Stunden zuvor.

Eine mögliche Erklärung ist, dass Anleger Chancen im neuen Geschäftsmodell sehen. Mit einem Abonnementpreis von 1.500 Dollar im Monat kann Arkham wiederkehrende Einnahmen erzielen – sofern insbesondere professionelle Kunden bereit sind, dafür zu zahlen.

Ein direkter Zusammenhang zwischen der Ankündigung und dem Kursanstieg ist allerdings nicht belegt.

Zudem ist noch unklar, wie viele Kunden tatsächlich ein Enterprise-Abonnement abschließen werden. Arkham hat dazu keine Zahlen veröffentlicht.

In den kommenden Wochen und Monaten wird sich zeigen, ob das Unternehmen genügend zahlende Kunden gewinnen und zugleich seine Stellung als viel genutzte Analyseplattform behaupten kann.

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kalshi
Südkorea, Seoul
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