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Anthropic bereitet sich auf einen der größten Börsengänge der Geschichte vor. Der Entwickler von Claude könnte Kreisen zufolge eine Bewertung von mehr als 2 Billionen Dollar anpeilen.

Ausgerechnet im Börsenprospekt, mit dem das Unternehmen Anleger überzeugen will, findet sich jedoch eine bemerkenswerte Warnung. Anthropic schreibt, die eigene Technologie könne möglicherweise „existenzielle Risiken für die Menschheit“ verursachen.

Und das ist längst nicht das einzige Risiko, das Anleger einkalkulieren müssen.

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Fast ein Drittel des Prospekts behandelt Risiken

Anthropic widmet laut der Financial Times fast ein Drittel des umfangreichen S-1-Dokuments den Risikofaktoren.

Dazu zählen Szenarien, in denen immer leistungsfähigere KI-Modelle Menschen manipulieren, erpressen oder anderes unvorhersehbares Verhalten zeigen könnten.

Vorstandschef Dario Amodei warnte vergangene Woche auch vor dem UN-Sicherheitsrat, KI könne möglicherweise zu einer Bedrohung für die Menschheit werden. Er bezeichnete KI dort sogar als eine der wichtigsten Sicherheitsfragen der Welt.

Auffällig ist, dass sich auch OpenAI-Chef Sam Altman und Elon Musk für Vorschläge ausgesprochen haben, die Entwicklung der leistungsfähigsten Modelle besser abzustimmen und Sicherheitsvorkehrungen auszubauen.

Verlust von mehr als 8 Milliarden Dollar

Für Anleger kommen deutlich konkretere finanzielle Risiken hinzu. Anthropic erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von fast 4,6 Milliarden Dollar, zwölfmal so viel wie ein Jahr zuvor.

Dem stand jedoch ein operativer Verlust von mehr als 8 Milliarden Dollar gegenüber. Die operativen Kosten stiegen auf knapp 13 Milliarden Dollar, vor allem wegen der enormen Rechenleistung, die für Training und Betrieb der Modelle nötig ist.

Das zeigt erneut, wie kapitalintensiv der KI-Wettlauf inzwischen geworden ist.

518 Milliarden Dollar an künftigen Verpflichtungen

Und die Rechnung wird noch deutlich höher. Laut Prospekt hat Anthropic künftige Verpflichtungen von rund 518 Milliarden Dollar für Cloud-Kapazitäten, Rechenleistung und Infrastruktur.

Damit wird der Börsengang zugleich zu einem Test für den breiteren KI-Markt. Anleger müssen entscheiden, welchen Wert sie extrem schnellem Wachstum beimessen, wenn diesem zugleich Hunderte Milliarden Dollar an künftigen Investitionen gegenüberstehen.

Kundenkonzentration ist auffallend hoch

Hinzu kommt ein weiteres Risiko im Geschäftsmodell. Fast ein Viertel des Umsatzes stammte im vergangenen Jahr laut FT von nur zwei Kunden.

Wenn ein großer Kunde abspringt oder seine Ausgaben senkt, könnte das daher unmittelbare und erhebliche Folgen haben.

Der größte KI-Börsengang der Geschichte?

Trotzdem wächst Anthropic rasant. Der Umsatz lag im zweiten Quartal dieses Jahres laut Prospekt bei 11,5 Milliarden Dollar, und das Unternehmen steuert auf das zweite Quartal in Folge mit bereinigtem operativem Gewinn zu.

Damit zeichnet sich ein ungewöhnlicher Börsengang ab. Anthropic präsentiert Anlegern eines der am schnellsten wachsenden Technologieunternehmen der Welt. Zugleich warnt das Unternehmen davor, dass dieselbe Technologie enorme finanzielle und gesellschaftliche Risiken auslösen kann.

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