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Anthropic wächst weiter rasant, allerdings nicht so stark wie von manchen Investoren erhofft. Das KI-Unternehmen hinter Claude erzielte im dritten Quartal einen Umsatz von rund 16,8 Milliarden Dollar.

Das sind fast 50 Prozent mehr als die 11,5 Milliarden Dollar im zweiten Quartal. Dennoch hat sich das Wachstum gegenüber dem Jahresbeginn deutlich verlangsamt. Vom ersten zum zweiten Quartal hatte sich der Umsatz noch mehr als verdoppelt.

Profitabilität überrascht positiv

Bemerkenswert ist, dass Anthropic nach Angaben von Investoren auf bereinigter Basis zum zweiten Mal in Folge einen Quartalsgewinn erzielte. Die bereinigte operative Marge lag bei rund elf Prozent.

Zudem soll das Unternehmen für jeden Dollar, den es für Rechenleistung ausgibt, 1,70 Dollar Umsatz erzielen. Das ist relevant, weil Anleger zunehmend hinterfragen, ob die enormen Investitionen in Chips und Rechenzentren ausreichende Renditen abwerfen.

Umsatzerwartungen gesunken

Im Juli lag der auf ein Jahr hochgerechnete Umsatz von Anthropic bei rund 65 Milliarden Dollar. Auf Grundlage der neuen Zahlen schätzt das Analysehaus SemiAnalysis diesen Wert inzwischen auf etwa 74 Milliarden Dollar.

Das ist ein starkes Ergebnis, bleibt aber hinter den Erwartungen aus dem Sommer zurück. Damals rechneten einige Investoren bis zum Jahresende noch mit einem auf ein Jahr hochgerechneten Umsatz von mehr als 100 Milliarden Dollar.

Die Erwartungen wurden damit deutlich nach unten korrigiert.

Wettbewerbsdruck nimmt zu

Dafür gibt es mehrere Gründe. Meta und Microsoft, zwei große Kunden von Anthropic, setzen zunehmend auf eigene Modelle. Zudem ist OpenAI seit der Einführung eines neuen Modells im Juli wieder wettbewerbsfähiger geworden.

Auch chinesische Anbieter drücken die Preise. Anthropic hat zudem die Nutzung seiner Modelle durch Konkurrenten für die sogenannte Modelldestillation eingeschränkt. Damit hatte das Unternehmen zuvor fünf bis sieben Prozent seines Umsatzes erzielt.

Börsengang wird zur Bewährungsprobe

Anthropic strebt weiterhin einen Börsengang im November an und soll dabei mit rund 965 Milliarden Dollar bewertet werden. Damit könnte es einer der größten Börsengänge aller Zeiten werden.

Anleger dürften jedoch vor allem wissen wollen, ob Anthropic profitabel bleiben kann, wenn das Unternehmen weiterhin Hunderte Milliarden Dollar in seine Infrastruktur investiert.

Das Wachstum ist nach wie vor außergewöhnlich hoch. Doch Wachstum allein beeindruckt den Markt inzwischen weniger. Stattdessen rücken Cashflows, Margen und die langfristige Tragfähigkeit der Investitionen stärker in den Fokus.

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