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Die Unruhe an den Finanzmärkten greift weiter um sich. Nach den kräftigen Verlusten bei Technologieaktien senden nun auch die globalen Anleihemärkte Warnsignale.
Anleger sorgen sich zunehmend, dass Technologieunternehmen enorme Schulden aufnehmen müssen, um ihre Pläne für künstliche Intelligenz (KI) zu finanzieren. Zugleich sorgen der hohe Ölpreis und politische Spannungen für zusätzliche Unsicherheit.
Der Renditeabstand zwischen Unternehmensanleihen und sichereren Staatsanleihen ist auf den höchsten Stand seit Mai 2025 gestiegen. Am Donnerstag erreichte dieser sogenannte Kreditspread weltweit 129 Basispunkte, also 1,29 Prozentpunkte.
Der Spread zeigt, wie viel zusätzliche Rendite Anleger verlangen, wenn sie Unternehmen statt Staaten mit hoher Bonität Geld leihen. Je größer der Abstand, desto höher schätzen Anleger das Risiko ein.
Derzeit ist dieser Abstand so groß wie seit rund 17 Monaten nicht mehr.
Auch am Freitag nahm die Nervosität weiter zu. Die Kosten für die Absicherung von Anleihen großer US-Unternehmen gegen Zahlungsausfälle stiegen auf den höchsten Stand seit März.
Der Verkaufsdruck erfasst zudem mehrere Kontinente. Bei europäischen Unternehmensanleihen mit hoher Bonität stiegen die Renditeaufschläge auf den höchsten Stand seit Mai 2025. In Asien erreichten die Risikoprämien vergleichbarer Anleihen den höchsten Stand seit Juli vergangenen Jahres.
Das zeigt: Anleger verkaufen nicht nur Technologieaktien, sondern bewerten auch die Verschuldung von Unternehmen zunehmend kritisch.
Ein wesentlicher Grund ist der enorme Finanzierungsbedarf der Technologieunternehmen für ihre KI-Pläne.
Vor allem Meta Platforms, der Mutterkonzern von Facebook und Instagram, sorgte diese Woche für neue Bedenken. Das Unternehmen gab bekannt, inzwischen künftige Mietverpflichtungen und vertragliche Zusagen in Höhe von rund 825 Milliarden Dollar eingegangen zu sein. Im Juli hatte die Summe noch bei knapp 700 Milliarden Dollar gelegen. Damit sind die Verpflichtungen innerhalb weniger Monate um rund 125 Milliarden Dollar gestiegen.
Meta prüft außerdem Möglichkeiten, ab diesem Herbst über mehrere Jahre hinweg Finanzmittel in Höhe von Hunderten Milliarden Dollar aufzunehmen.
Welcher Anteil davon tatsächlich über Schulden finanziert wird, ist noch unklar. Dennoch befürchten Anleger, dass Meta und andere große Technologieunternehmen in den kommenden Jahren neue Anleihen in enormem Umfang ausgeben müssen.
Das könnte Folgen für den gesamten Markt für Unternehmensanleihen haben. Wollen viele Unternehmen gleichzeitig Kapital aufnehmen, müssen sie möglicherweise höhere Zinsen bieten, um genügend Investoren zu gewinnen.
Hinzu kommen weitere Belastungen. Die Spannungen im Nahen Osten nehmen zu, der französische Staatsanleihemarkt steht unter Druck, und es gibt kaum konkrete Anhaltspunkte für eine rasche Erholung des Vertrauens.
In der kommenden Woche stehen sowohl bei der US-Notenbank Federal Reserve als auch bei der Europäischen Zentralbank (EZB) neue Zinsentscheidungen an. Sie bestimmen mit, wie teuer Kredite für Unternehmen werden – und wie stark die Finanzierungssorgen in den kommenden Monaten ins Gewicht fallen.
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