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Japanische Staatsanleihen und der Yen legten am Freitagmorgen zu, während die asiatischen Aktienmärkte nachgaben. Zuvor hatte die Panik bei Technologiewerten an der Wall Street weltweit eine Flucht in sichere Anlagen ausgelöst. Anleger zweifeln zunehmend daran, dass die KI-Hausse anhält.

Rendite zehnjähriger japanischer Staatsanleihen fällt deutlich – Anleger suchen Sicherheit. Quelle: TradingView

Flucht in sichere Anlagen

Angesichts der Unsicherheit setzen Anleger auf Staatsanleihen. Die Rendite zehnjähriger japanischer Staatspapiere sank wegen der hohen Nachfrage um 0,09 Prozentpunkte auf 2,77 Prozent. Damit stiegen die Kurse japanischer Staatsanleihen den fünften Tag in Folge.

Die Flucht in sichere Anlagen beschränkte sich allerdings nicht auf Japan. Der südkoreanische Kospi verlor am Freitagmorgen zunächst bis zu vier Prozent und steuerte damit auf seinen vierten Wochenverlust in Folge zu.

Im laufenden Monat hat der Index sogar 20 Prozent eingebüßt und liegt inzwischen mehr als 40 Prozent unter seinem Rekordhoch vom Juni. Mit diesem massiven Kursverlust ist der Kospi der schwächste Börsenindex des vergangenen Quartals.

Metas Investitionspläne schürten erneut Zweifel an der Tragfähigkeit des schuldenfinanzierten KI-Investitionsbooms. Damit wuchs unter Anlegern abermals die Sorge um den weiteren Verlauf des KI-Zyklus.

Hohe Zinsen schaffen die Voraussetzungen für sinkende Zinsen

Die hohen Anleiherenditen belasten den KI-Investitionszyklus besonders stark. Zugleich können hohe Zinsen selbst die Voraussetzungen dafür schaffen, dass das Zinsniveau später wieder sinkt.

Hohe Zinsen verteuern Kredite, machen Sparen attraktiver und Investitionen weniger rentabel. Unternehmen und Verbraucher geben weniger aus, wodurch sich das Wirtschaftswachstum verlangsamt.

Wenn die Konjunktur an Dynamik verliert und weniger investiert wird, sinkt die Nachfrage nach Kapital. Zusammen mit dem nachlassenden Inflationsdruck schafft dies auf längere Sicht Spielraum für Zinssenkungen durch die Notenbanken oder für sinkende Marktzinsen.

So entsteht im System mit der Zeit wieder ein Gleichgewicht. Gut möglich, dass nun eine Phase mit etwas geringerer Kapitalnachfrage und einem langsameren Ausbau der KI-Infrastruktur folgt.

Das muss allerdings nicht bedeuten, dass die Hausse tatsächlich zu Ende geht.

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