Nach dem starken Aufschwung der letzten Woche kehrt die Unsicherheit auf dem Kryptomarkt zurück. So sind die Kurse seit zwei Tagen rot. Laut einem Analysten könnte dies nur der Beginn eines breiteren Rückgangs sein. Er weist auf ein besorgniserregendes Signal hin, das in der Vergangenheit mehrmals vor plötzlichen Korrekturen auftrat.
Altcoin-Spekulation gerät außer Kontrolle
In einer Grafik auf X teilt Analyst Ted Pillows seine Bedenken über die Entwicklung, die wir bei der offenen Interesse (IO) sehen.
Er stellt fest, dass das offene Interesse an Altcoins, ausgenommen Ethereum (ETH), kurz davor steht, das von Bitcoin (BTC) zu übertreffen, zum ersten Mal in neun Monaten. Das heißt, Händler setzen derzeit mehr Geld auf Altcoins als auf Bitcoin.
Was ist offenes Interesse?
Offenes Interesse ist die Anzahl der offenen Handelsverträge, die noch nicht geschlossen wurden. Es zeigt, wie viel Aktivität und Spekulation auf dem Markt vorhanden ist. Je höher das offene Interesse, desto größer die Wahrscheinlichkeit von Kursfluktuationen.
Laut Pillows handelt es sich um ein „sehr besorgniserregendes“ Signal. Er verweist auf frühere Momente, in denen dies geschah, nämlich Dezember 2024 und März 2024. In beiden Fällen bildeten Altcoins innerhalb von zwei Wochen ein lokales Hoch, gefolgt von scharfen Korrekturen.
Die Bitcoin-Dominanz, der Prozentsatz des gesamten Kryptomarktwerts, der aus Bitcoin besteht, bestätigt dieses Muster. Im Dezember letzten Jahres fiel der Indikator nämlich stark auf 55 Prozent, ein Niveau, das seitdem nicht mehr erreicht wurde. Von diesem Tiefpunkt erholte sich die Dominanz kräftig, was darauf hindeutet, dass die größte Kryptowährung wieder Terrain gegenüber den Altcoins gewann.

Derzeit schwankt der Indikator um 58 Prozent nach einem deutlichen Abwärtstrend in den letzten Monaten. Wenn das Schreckensszenario von Pillows eintritt, könnte die Dominanz durchaus wieder ansteigen. Bei Marktzusammenbrüchen sind es nämlich oft die Altcoins, die am stärksten fallen.
Hayes sieht Bitcoin-Rallye bis 2026 weitergehen
Nicht alle Experten sind überzeugt, dass die Rallye zu Ende geht. Laut Arthur Hayes, Mitbegründer von BitMEX und heutzutage Investor bei Maelstrom, könnte der Kryptomarkt noch viele Monate weiter steigen.
In einem Gespräch mit Unternehmer Kyle Chassé weist er auf die anhaltende monetäre Politik der Regierungen hin. „Solange die Zentralbanken weiter Geld drucken, bleibt die Liquidität in Richtung Krypto fließen,“ so Hayes. Er erwartet, dass vor allem die Vereinigten Staaten noch lange nicht mit Stimulierungsmaßnahmen fertig sind.
Hayes betont, dass die großen Investitionspläne von Präsident Donald Trump erst Mitte 2026 in Gang kommen. Diese Timing würde bedeuten, dass bis dahin zusätzliches Kapital in Richtung Märkte fließt. Dazu kommt laut ihm noch, dass geopolitische Spannungen Regierungen zu einem großzügigen fiskalischen Politik zwingen, insbesondere in anfälligen Regionen wie Europa.
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