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Amazon steigt mit voller Kraft in den Wettlauf um Künstliche Intelligenz (KI) ein und bringt einen eigenen, besonders leistungsstarken Chip auf den Markt. Damit will der Konzern Nvidia Marktanteile abjagen, das den KI-Sektor bislang dominiert.
Auf der re:Invent-Konferenz in Las Vegas präsentierte Amazon Web Services (AWS) den Chip Trainium3 – eine leistungsstarke Hardware, die speziell für das Training von KI-Modellen entwickelt wurde. Der Chip ist ab sofort für Kunden verfügbar und läuft bereits an mehreren Standorten. Ein breiterer Roll-out ist für Anfang 2026 geplant.
Der Trainium3 ist Amazons erster Chip mit 3‑Nanometer-Technologie. Das bedeutet: mehr Rechenleistung, geringerer Energieverbrauch und weniger Platzbedarf. Nach Angaben von Amazon liefert der Chip die 4,4‑fache Leistung seines Vorgängers und bietet fast die vierfache Speicherbandbreite. Gleichzeitig benötigt er deutlich weniger Strom. Damit rückt Amazon einen großen Schritt näher an eine direkte Konkurrenz zum Marktführer Nvidia heran.
AWS-Manager Dave Brown erklärt, die Strategie ziele auf mehr Leistung für weniger Geld. „Wir müssen zeigen, dass wir nicht nur die Performance liefern, die Kunden brauchen, sondern das auch zum richtigen Preis“, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters.
Ein prominenter Kunde ist das KI-Startup Anthropic, an dem Amazon Milliarden investiert hat. Noch in diesem Jahr will Amazon Anthropic bis zu eine Million Trainium-Chips liefern. Weitere große Namen sind bislang kaum zu sehen.
Neben Hardware stellte Amazon auch Nova 2 vor, eine neue Reihe von KI-Modellen. Star der Präsentation war „Omni“, ein multimodales Modell, das Text und Bilder gleichzeitig verarbeiten kann. Dennoch bleiben die bisherigen Nova-Modelle in ihrer Leistungsfähigkeit noch hinter denen von Google und OpenAI zurück.
Wer die besten Chips hat, bestimmt zunehmend das Tempo der KI-Entwicklung. Nvidia erreichte dank seiner hochentwickelten Hardware als erstes Unternehmen überhaupt eine Börsenbewertung von mehr als 5 Billionen US‑Dollar. Inzwischen ist der Wert auf 4,4 Billionen Dollar gesunken, bei einem Aktienkurs von 182 Dollar.
Analysten von Seaport Global Securities sehen weiteres Abwärtspotenzial. Sie senkten ihr Kursziel für Nvidia auf 140 Dollar – ein mögliches Minus von mehr als zwanzig Prozent. Ihrer Einschätzung nach erzielt Nvidia mit der aktuellen Verkaufsstrategie kaum Gewinne, während der Wettbewerbsdruck wächst. Neben Amazon drängt auch Google verstärkt in den Markt.
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