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Die Amazon-Aktie hat am Donnerstagabend nach Vorlage der Quartalszahlen im nachbörslichen Handel rund 7 Prozent verloren. Anleger sorgen sich wegen der enormen Summen, die der US-Konzern in künstliche Intelligenz investiert.

Zugleich fiel das Umsatzwachstum im Onlinehandel auf den niedrigsten Stand seit drei Jahren. Auch das starke Wachstum im Cloudgeschäft konnte die Bedenken nicht ausräumen.

Amazon-Kurschart: Die Aktie schließt bei 243,79 Dollar und fällt nachbörslich weiter auf 225,99 Dollar – ein Minus von gut 7 Prozent.

Massive KI-Investitionen belasten Amazon

Amazon investiert immer mehr Geld in Rechenzentren und andere Infrastruktur, um von der wachsenden Nachfrage nach künstlicher Intelligenz zu profitieren. Allein im dritten Quartal investierte der Konzern mehr als 77 Milliarden Dollar. Das war deutlich mehr als von Analysten erwartet.

Für das Gesamtjahr 2026 rechnet Amazon mit Investitionen von rund 220 Milliarden Dollar. Dabei soll es nicht bleiben: Konzernchef Andy Jassy kündigte für 2027 einen weiteren kräftigen Anstieg der Ausgaben an.

Die hohen Ausgaben belasten zunehmend den freien Cashflow. In den vergangenen zwölf Monaten lag er bei minus 42,4 Milliarden Dollar. Amazon gab damit mehr Geld für Investitionen aus, als der Konzern im operativen Geschäft erwirtschaftete.

Anleger fragen sich deshalb, wann diese Investitionen ausreichend Erträge abwerfen werden.

Das Cloudgeschäft von Amazon wächst unterdessen weiter kräftig. Bei Amazon Web Services (AWS), wo Unternehmen unter anderem Rechenleistung und Speicherplatz mieten, beschleunigte sich das Umsatzwachstum das sechste Quartal in Folge.

Dazu trägt unter anderem die hohe Nachfrage von KI-Unternehmen wie OpenAI und Anthropic bei, die Amazons Rechenzentren nutzen.

Jassy zufolge steigt auch die Nachfrage nach klassischen Clouddiensten kräftig. Er hält es für möglich, dass AWS in den kommenden zwei Jahren sogar um jeweils mehr als 40 Prozent wächst.

Überzeugen konnte Amazon die Anleger damit jedoch nicht. Die Erwartungen waren hoch, und das starke AWS-Wachstum reichte nicht aus, um die Sorgen wegen der enormen Investitionen zu zerstreuen.

Onlinehandel wächst so schwach wie seit drei Jahren nicht

Neben den hohen KI-Ausgaben musste Amazon einen weiteren Rückschlag hinnehmen. Das Wachstum im wichtigen Onlinehandel verlangsamte sich deutlich.

Der Umsatz aus Onlineverkäufen stieg im dritten Quartal um lediglich 2 Prozent auf 68,5 Milliarden Dollar. Das ist das schwächste Wachstum seit Anfang 2023.

Auch das Werbegeschäft, in dem Amazon mit der Vermarktung von Produkten anderer Unternehmen auf seiner Plattform Geld verdient, wuchs langsamer. Der Umsatz legte um elf Prozent zu. Das ist die niedrigste Wachstumsrate, seit Amazon 2020 erstmals gesonderte Zahlen für diesen Geschäftsbereich veröffentlichte.

Analysten zufolge könnte die Verlegung des Prime Day eine Rolle spielen. Amazon veranstaltete seine große Rabattaktion in diesem Jahr bereits im Juni statt im Juli. Ein Teil der Verkäufe wurde dadurch vorgezogen.

Nach Einschätzung von Sky Canaves, Analystin beim Marktforschungsunternehmen Emarketer, erklärt das die Verlangsamung jedoch nicht vollständig. Sie vermutet, dass Verbraucher bei ihren Ausgaben zurückhaltender werden und deshalb auch Werbekunden weniger Geld ausgeben wollen.

Amazons Gesamtumsatz stieg im dritten Quartal um zwölf Prozent auf 201,9 Milliarden Dollar. Damit blieb der Konzern hinter den Erwartungen der Analysten zurück.

Der operative Gewinn legte dagegen kräftig zu.

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