In der Gemeinschaft der Kreditplattform Aave (AAVE) ist ein Streit entbrannt, der zunehmend hässlicher wird. Es geht um die Frage, wer die tatsächliche Kontrolle über die Marke Aave hat. Während der Konflikt eskaliert, ist der AAVE-Kurs stark gefallen: An einem einzigen Tag verlor das Token elf Prozent.
Streit um Marke und Zugang
Auslöser ist ein Vorschlag von Ernesto Boado, Mitbegründer von BGD Labs. Diese Gruppe von Entwicklern aus der Aave-Community wurde 2022 aktiv. Boado ist der Meinung, dass die Aave-DAO formell Eigentümerin aller markenbezogenen Elemente wie Domains, Social-Media-Profile und der Marke selbst werden sollte.
Er warnt davor, solche digitalen Zugangspunkte in den Händen einer einzelnen Partei zu belassen. „Auch wenn diese Partei heute vertrauenswürdig ist, könnte sie in Zukunft über aave.com oder die offiziellen Social-Media-Kanäle die Erzählung rund um Aave steuern und die Produkte auf eine Weise verteilen, die die DAO nicht beeinflussen kann,“ so Boado.
In seinem Vorschlag geht es nicht darum, wer die Produkte entwickelt, sondern darum, wer rechtlicher Eigentümer der Markenidentität ist. Erst wenn das geklärt ist, kann die DAO entscheiden, wer welche Rolle im Management übernimmt und unter welchen Bedingungen.
Vertrauensbruch zwischen Gründern und Community
Die Diskussion geriet schnell außer Kontrolle. Ohne Vorwarnung stellte Aave-Gründer Stani Kulechov den Vorschlag zur Abstimmung auf Snapshot, der Abstimmungsplattform der Community, ein. Boado war darüber wütend. Er beschuldigte Aave Labs, seinen Namen ohne seine Zustimmung unter den Vorschlag gesetzt und die laufende Debatte vorzeitig abgebrochen zu haben.
Kulechov verteidigte sich später auf X. Ihm zufolge war der Vorschlag bereits seit fünf Tagen öffentlich diskutiert worden. Dies sei eine normale Frist im Aave-Management. Außerdem sei es häufiger vorgekommen, dass Vorschläge von Dritten übernommen und zur Abstimmung weitergeleitet wurden.
Trotzdem fühlt sich Boado missachtet. „Mein Vorschlag wurde gekapert und meine Absichten verdreht. Das Vertrauen ist schwer beschädigt.“
Warum dieser Streit wichtiger ist, als er scheint
Was auf den ersten Blick wie ein interner Konflikt um einen Domainnamen klingt, dreht sich in Wirklichkeit um ein größeres Problem in der Welt dezentraler Krypto-Organisationen.
Smart Contracts stehen auf der Blockchain und werden kollektiv verwaltet. Doch die Website, die Marke und Social-Media-Accounts sind oft im Besitz von Unternehmen oder Einzelpersonen. Diese Kontrolle liegt also außerhalb der Blockchain.
Die Frage ist nun: Kann eine DAO wirklich vollkommen eigenständig agieren, wenn der Zugang zur Außenwelt in den Händen weniger Personen bleibt? Die Antwort auf diese Frage könnte weit über Aave hinausreichen.
Stille Revolution am Kryptomarkt: Warum Coins deutlich mehr wert sein könnten
Für Bitwise-Manager Matt Hougan ist der Kryptomarkt zu niedrig bewertet. Projekte kaufen ihre eigenen Coins aus realen Umsätzen zurück – und das verändert vieles.
Hyperliquid peilt US-Markt an: Kurs steigt um 5 Prozent
Hyperliquid ist eine beliebte Handelsplattform, bislang jedoch ohne US-Kunden. Nun will das Unternehmen den großen Markt doch erschließen – der Kurs legt deutlich zu.
Britische Großbank sieht Chainlink mit mehr als 2.300 Prozent Potenzial
Nach Einschätzung von Standard Chartered könnte Chainlink 2030 bei 200 Dollar stehen – mehr als dem 24-Fachen des aktuellen Kurses. Was hinter der Prognose steckt
Meist gelesen
Ehemaliger ASML-Forscher bringt China bei entscheidender EUV-Lichtquelle voran
China kommt eigenen EUV-Chipmaschinen dank eines früheren ASML-Wissenschaftlers näher – doch ASML bleibt vorerst vorn.
Kryptomarkt prognostiziert XRP-Kurs für den 31. August
Polymarket-Händler rechnen damit, dass XRP den August unter 1,20 Dollar beendet – trotz positiver Entwicklungen rund um den XRP Ledger.
So viel XRP braucht man für einen Platz unter den größten Haltern
Die aktualisierte XRP Rich List zeigt, wie die Coins verteilt sind und wie viel XRP die größten Konten derzeit halten.
