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Südkorea erwägt, die Sicherheitsanforderungen für Kryptobörsen nach dem massiven Hackerangriff auf Binance deutlich zu verschärfen. Die Aufsichtsbehörden prüfen, ob Handelsplattformen künftig nahezu alle Kryptobestände ihrer Kunden offline verwahren müssen. Das soll weitere Diebstähle verhindern, könnte Anlegern aber auch schnelle Auszahlungen erschweren.
Die südkoreanische Finanzaufsicht Financial Services Commission (FSC) berief am Montag eine Krisensitzung mit großen Kryptobörsen und Verwahrern digitaler Vermögenswerte ein.
Anlass war der Angriff auf Binance am 29. Oktober, bei dem Hacker Kryptowährungen im Wert von rund 6,3 Milliarden US-Dollar erbeuteten.
Nach geltendem südkoreanischem Recht müssen Kryptobörsen mindestens 80 Prozent der Kundenbestände in sogenannten Cold Wallets verwahren. Diese digitalen Geldbörsen sind nicht direkt mit dem Internet verbunden und daher besser vor Angriffen auf Onlinesysteme geschützt.
Laut lokalen Medienberichten wird nun über eine Anhebung auf bis zu 99 Prozent beraten. Einige große Handelsplattformen halten diesen Anteil bereits ein. Eine endgültige Entscheidung steht noch aus.
Die Offline-Verwahrung von Kryptowährungen hat auch Nachteile. Wenn Kunden Guthaben abziehen möchten, müssen Börsen mitunter zunächst Bestände aus ihren Offline-Speichern bereitstellen. Das erfordert zusätzliche Sicherheitsprüfungen und kann zu Verzögerungen führen. Vor allem kleinere Kryptobörsen könnten Schwierigkeiten bekommen, ausreichend Guthaben unmittelbar verfügbar zu halten.
Im August trat dieses Problem bereits bei der südkoreanischen Börse Bithumb auf. Auszahlungen bestimmter Altcoins verzögerten sich um rund 13 Stunden, weil in den Online-Wallets nicht genügend Coins verfügbar waren. Das kann für Anleger zum Nachteil werden, wenn der Bitcoin-Kurs oder andere Kryptokurse schnell fallen und sie ihre Bestände transferieren wollen.
Der Hackerangriff auf Binance hat zudem Fragen zu internen Sicherheitsabläufen aufgeworfen. CoinEx-Gründer Haipo Yang verwies unter anderem auf mögliche Mängel bei der Trennung von Computersystemen, zusätzlichen Zugriffssicherungen und der unabhängigen Freigabe von Transaktionen.
Die US-Bundespolizei FBI hat den Angriff inzwischen der nordkoreanischen Hackergruppe TraderTraitor zugeschrieben. Nordkorea bestreitet eine Beteiligung.
Die südkoreanische Finanzaufsicht prüft deshalb neben strengeren Vorgaben für die Offline-Verwahrung auch Verbesserungen bei Zugriffsrechten, Auszahlungsverfahren und finanziellen Rücklagen der Kryptobörsen.
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