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Auf dem XRP Ledger, dem Netzwerk hinter der Kryptowährung XRP, sollen innerhalb eines Tages 1,8 Milliarden XRP transferiert worden sein. Das ungewöhnlich hohe Volumen wirft die Frage auf, ob das Netzwerk wieder stärker genutzt wird. Ob das auch ein positives Signal für den XRP-Kurs ist, bleibt allerdings offen.
Aktuellen Berichten zufolge wurden innerhalb von 24 Stunden rund 1,8 Milliarden XRP über den XRP Ledger transferiert. Die Zahlen sind bislang nicht unabhängig bestätigt. Auch ist unklar, auf welchen Tag sich die Messung genau bezieht. Sollten die Angaben zutreffen, wäre das ein deutlicher Anstieg der Netzwerkaktivität.
Zum Vergleich: Im Oktober lag das Zahlungsvolumen an einem Tag bei 137,7 Millionen XRP. Damit blieb es deutlich unter dem Durchschnitt der vorangegangenen 30 Tage von rund 496 Millionen XRP.
Bei einer anderen Messung wurden 363,3 Millionen XRP erfasst. Die Aktivität im XRP Ledger kann von Tag zu Tag also erheblich schwanken.
Ein hohes Transfervolumen ist allerdings nicht mit einer tatsächlich stärkeren Nutzung des Netzwerks gleichzusetzen.
Große Kryptobörsen und Finanzinstitute verschieben beispielsweise regelmäßig erhebliche XRP-Bestände zwischen ihren eigenen Wallets. Dadurch kann das Zahlungsvolumen sprunghaft steigen, ohne dass neue Nutzer hinzukommen.
Zudem können dieselben Coins mehrfach transferiert werden. Ein Volumen von 1,8 Milliarden XRP bedeutet daher nicht, dass in diesem Umfang neue Investitionen getätigt wurden.
Für XRP-Anleger ist vor allem entscheidend, ob die gestiegene Aktivität auch einen Kursanstieg begünstigen kann. Das ist keineswegs sicher. Wenn große Marktteilnehmer lediglich ihre bestehenden XRP-Bestände verschieben, entsteht dadurch nicht automatisch zusätzliche Nachfrage nach der Kryptowährung.
Aussagekräftiger wäre es, wenn zugleich die Zahl aktiver Wallets zunähme und mehr Menschen den XRP Ledger für Zahlungen nutzten.
Analysten betrachten deshalb neben dem Zahlungsvolumen auch die Nutzerzahl, die Zahl der ausgeführten Transaktionen und den Handel an dezentralen Börsen.
Zudem kann ein großer Teil des Zahlungsverkehrs automatisiert ablaufen. Das kann eine höhere Netzwerkaktivität suggerieren, obwohl sich die tatsächliche Nutzung kaum verändert.
Auch eine kurzzeitige Spitze hat nur begrenzte Aussagekraft. Die Aktivität im XRP Ledger unterscheidet sich regelmäßig zwischen Werktagen und Wochenenden.
Erst wenn das Zahlungsvolumen über längere Zeit hoch bleibt und sich auch andere Kennzahlen verbessern, lässt sich besser beurteilen, ob das Netzwerk tatsächlich an Bedeutung gewinnt.
Die Berichte über Transfers im Umfang von 1,8 Milliarden XRP finden daher zu Recht Beachtung. Solange die Zahlen jedoch nicht bestätigt sind und unklar bleibt, wer hinter den Transaktionen steht, lässt sich daraus noch keine Erholung ableiten.
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